Leitartikel des Monats

ARIANE GOLDET
Chefredakteurin, Gesundheit, Lifestyle und Beauty bei Marie Claire
Ariane Dolet

GANZ EINFACH SICH SELBST SEIN

Die Schönheitscodes ändern sich. Nicht nur die des Gesichts, sondern auch die des Körpers. Übertriebene Schlankheit macht leichten Rundungen Platz. Man spricht heute von schönen Formen, von Wohlbefinden und von einer gesunden Ausstrahlung. Man achtet mehr auf die Qualität als auf die Quantität der Nahrung. Der Körper wird behutsam gereinigt. Bauchmuskeltraining in aller Eile wird durch gut kontrollierte Pilates-Übungen ersetzt. Körperliches Gruppentraining ist kein Wettbewerb mehr, sondern Zusammenarbeit. Es bringt gute Gesundheit, Energie, Dynamismus, Freiheit und Güte zum Ausdruck. Bewegung soll körperliches und seelisches Wohlbefinden verschaffen, bevor man damit Kalorien verbrennt. Man möcht länger und besser leben. Man sieht und empfindet den Körper anders, mehr wie einen Freund und Verbündeten. Man bekämpft ihn nicht mehr, um ihm perfekte Formen aufzuzwingen. Mit dem weltweiten Instagram-Erfolg der #BodyPositivity-Bewegung hat sich eine neue, positive Vision des Körpers entwickelt. Man soll ihn lieben so wie er ist, mit seinen Rundungen, Proportionen und Unterschieden. Die Tendenz neigt eindeutig zum „sich selbst sein“, jedoch bedeutet Body-Positivity nicht, dass man sich gehen lässt, ganz im Gegenteil. In Wellness-und Detox-Routinen werden Schlankheitscremes aufgenommen und die Hautstruktur wird mit Peeling und nährender Milch mit umhüllender Textur verbessert. Dieser wesentliche Schritt zur Versöhnung macht es unerlässlich, den Körper mit kosmetischen Pflegen zu verwöhnen. Ganz einfach um sich selbst zu sein.